Sonate statt Stiefel – ein besonderes Nikolausgeschenk von Igor Levit

Weltklasse Pianist und Steinway Artist Igor Levit spielt zwischen Hölzern und Maschinen in der „Geburtsstätte“ seines Lebensinstruments für die Mitarbeiter von Steinway & Sons in Hamburg

Ein Blick in den Steinway-Maschinensaal: Hölzerne Flügelbauteile verteilen sich im riesigen Raum, Mitarbeiter tragen Ohrenschützer, Maschinen surren. Späne, Staub und der Geruch von Holz. Und mittendrin: Ein glänzender, schwarz lackierter Flügel. Drum herum drapiert sich ein noch leerer Halbkreis von Sitzbänken. Die Steinway Mitarbeiter wurden am 6. Dezember - statt mit Schokolade im Stiefel - mit der Musik eines ganz besonderen Gastes beschenkt: Igor Levit. Es sei ihm ein sehr ernst gemeintes Anliegen, für all diejenigen Menschen zu spielen, ohne die er seinen Beruf nicht ausüben könnte, sagte er. Um 12 Uhr mittags war es soweit. Klavierbauer, Tischler, Lackierer und Büromitarbeiter verließen ihre Arbeitsplätze und strömten in die Werkshalle. In bester Laune begrüßte der 31-jährige Levit sein geschätztes Publikum.

Er versprach seinen Zuhörern eine „Mischung aus Unschuld und Draufgängertum“ und begann das Fabrikkonzert mit Beethovens Sonate „Quasi una fantasia“ (Op. 27, No. 1) in Es-Dur, dem „Nachbarstück der Mondscheinsonate“. Im Anschluss an dieses Werk voller Abwechslung ging er zu dem ganz anderen Genre des Jazz über und verzauberte die Steinway Mitarbeiter mit dem gefühlvollen Stück „Peace Piece“. Es stammt vom 1980 verstorbenen US-Jazzpianisten Bill Evans, dessen Improvisation er anhand einer Transkription übernahm. „Peace Piece“ breitet mit einer immer wiederkehrenden Bassfigur größte Ruhe aus, zu der die rechte Hand verschiedenste Motive bis hin zu „wildem Vogelgesang“ spielt.

„Musik macht was mit dir!“, brachte es Igor Levit auf den Punkt. Sein Publikum im Maschinensaal konnte dies zweifelsohne bestätigen. Man spürte, wie wichtig ihm seine Zuhörer sind. Völlig gelassen reagierte er indes auf ein plötzlich einsetzendes Rauschen in der Maschinenhalle. „Als diese Maschine losging, war der einzige Gedanke, den ich hatte: Soll ich vielleicht ein bisschen lauter spielen, damit der letzte hört, dass ich da noch was mache?“, bemerkte Igor Levit scherzhaft im Anschluss an das Konzert.

Sichtlich begeistert und dankbar waren zudem zwei Gäste, die ihren Besuch über Facebook gewonnen hatten. Sie durften den überaus sympathisch und authentisch auftretenden Igor Levit persönlich kennenlernen und sich außerdem über Karten für sein abendliches Konzert in der Hamburger Laeiszhalle freuen. Bei dem Besuch brachte Igor Levit handschriftlich sein Testimonial für die „Wall of Fame“ zu Papier. In dieser Galerie weltberühmter Steinway Artists wird bald auch er vertreten sein.

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